
Aus dem Jahresbericht 2010 der Kreisgruppe Straubing-Bogen
Zu den dringendsten Aufgaben des 21. Jahrhunderts gehören Erhalt der Artenvielfalt ( Biodiversität) und Klimaschutz. Die Aktionen der LBV-Kreisgruppe Straubing-Bogen, immer im Konsens mit unterer und höherer Naturschutzbehörde, dienten diesen beiden großen Zielen. Leider mussten wir oft machtlos zusehen, wie der Biodiversitätsansatz von Naturnutzern, auch mit Zustimmung und Förderung der bayerischen Staatsregierung nicht beachtet wurde. In einem erfolgreichen Aktionsjahr wurden acht Zeit und Personal aufwändige Artenhilfsmaßnahmen durchgeführt und dokumentiert. Das erfolgreiche Aktionsjahr umfasste im Einzelnen zwei größere Einsätze für Amphibienarten wie Erdkröte und Wechselkröte, aber auch für Schleiereule, Weißstorch, Halsbandschnäpper, Fledermaus, sowie Schutzmaßnahmen für Frauenschuh und Holunderknabenkraut. Außerdem setzte ein engagiertes Team mehr als 150 autochthone Baum- und Strauchpflanzen. Drei größere Wildschutzeinrichtungen im Rainer Wald und im Orchideenwald schützen diese Mischwaldparzellen, bestehend aus Weißtanne, Rotbuche, Hainbuche, Stieleiche, Vogelkirsche, Winterlinde und Pimpernuss. Ein gut eingespieltes Gießmanagement versorgte die jungen Baum-pflanzen nach Bedarf mit Wasser.
In der Stadt Straubing konnte Regionalbetreuer Klaus Glockner die Biologinnen Frau Carola Pannermayr und Frau Sandra Fendl gewinnen, zwei weitere Naju- Kindergruppen zu gründen, die >Forscherraben< und die >Forscherfüchse<. LBV-ler machten Schulkinder im Rahmen des Ferienprogramms der Stadt Geiselhöring mit dem Wasserleben des Aargraben vertraut.
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Amphibienschutzmaßnahmen in Wissing
Aktive der Kreisgruppe führten dieses Jahr zum dritten Mal die Amphibienschutzmaßnahme an der Staatstraße 2111 beim Weiler Wissing, Stadt Geiselhöring, durch. Innerhalb von drei Jahren konnten somit mehr als 7600 Amphibien vor dem Tod auf der Straße bewahrt werden. Um künftige Amphibiengenerationen von der Wanderung über den todbringenden Verkehrsweg abzuhalten, wurden 2010 mehr als 2700 Erdkröten, Grasfrösche und Teichmolche im 2009 erbauten Laichersatzweiher durch einen so genannten Quarantänezaun zum Laichen gezwungen. Höherer so wie unterer Naturschutzbehörde und dem Besitzer des Teichgrundstücks, Herrn Helmut Hermann, herzlichen Dank für die großzügige Unterstützung beim Zustandekommen dieser Artenhilfsmaßnahme. |
Rettung der Kaulquappen der Wechselkröte aus einem SpargelfeldMehr als 2000 Kaulquappen der Wechselkröte und erwachsene Tiere wurden aus einem überfluteten Spargelfeld bei Tuffing, Stadtbereich Geiselhöring, im Einvernehmen mit den Naturschutzbehörden vor dem Tod durch Austrocknung und geplante, landwirtschaftliche Maßnahmen gerettet.
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Begründung von Mischwaldparzellen im Rainer Wald und bei HolztraubachIm Frühjahr begründete die Kreisgruppe drei Mischwaldparzellen. Bilder der Umbaumaßnahmen im Rainer LBV-Wald und in einem LBV- Waldstück bei Holztraubach.
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Klimaschutzprojekt 2020: Niedermoorgrundstücks bei KlinglbachIm Rahmen des Klimaschutzprojektes 2020 der Bayerischen Staatsregierung übernahm die Kreisgruppe die Trägerschaft so wie Teilkosten und künftige Pflege eines 2 ha großen, artenreichen Niedermoorgrundstücks bei Klinglbach im Bayerischen Wald.
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151 Fledermauskästen, 37 Halsbandschnäpperkästen, viele Beikästen, 174 Schleiereulen - Nistkästen wurden auch in diesem Jahr teilweise neu aufgehängt, kontrolliert und gereinigt.
Nach den zwei kalten Wintern 2008/2009 und 2009/2010 steht die Schleiereule im Landkreis mit nur noch einem Brutergebnis 2010 vor dem Aussterben!
Notfallhilfe der LBV-KreisgruppeÜber das Notfalltelefon der LBV-Kreisgruppe meldeten viele Bürger, das Landratsamt und die Polizei des Landkreises in Not geratene verletzte und tote Vögel und Fledermäuse. Zu jeder Tageszeit holten mehrere Kreisgruppenmitglieder in ehrenamtlichem Einsatz die tierischen Patienten ab, versorgten sie und brachten sie nach der Untersuchung durch die Tierkliniken Dr. Güldenhaupt und Dr. Rammensee, in einer LBV- Pflegestelle der Kreisgruppe oder bei Herrn Büchl bzw. Herrn Bär in Regenstauf unter. Im Zuge der Vogelbergung wurden auch zwei Altstörche geborgen, die an für Großvögel ungesicherten Stromleitungen lebensgefährlich verletzt worden waren. Der Stromversorger aus Wörth an der Donau wurde vor Ort auf die gesetzlichen Sicherungsmaßnahmen hingewiesen und um Abhilfe angehalten.
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Die Vorstandschaft bedankt sich für Ihre UnterstützungDie Kreisgruppe Straubing-Bogen konnte auch 2010 weitere Flächenankäufe im Landkreis notariell verbriefen. Es handelt sich um Grundstücke im Kleinen Labertal und den Steinacher Mooswiesen. Die Fördermittel für diese Grundstückskäufe stammen vom bayerischen Naturschutzfonds, der Höheren Naturschutzbehörde, aus dem Erlös der Altgoldsammlung 2009 und von Spendern im Landkreis Straubing-Bogen und der Stadt Straubing. In zwei Vorstandssitzungen und durch mehrere Online- Fon-Fax-Abstimmungen unter den Vorstandsmitgliedern konnten schnelle Entscheidungen getroffen werden. Die zehn öffentlichen Monatsversammlungen der Kreisgruppe wurden in den Medien zeitnah und professionell angekündigt. Bei dreizehn Referaten waren durchschnittlich 28 Personen anwesend. Es gab 11 Referate und zwei Kurzreferate, acht von externen Referenten und fünf von Vorstandsmitgliedern.
Die Vorstandschaft sagt allen Aktiven herzlichen Dank für die Zusammenarbeit und die immer wieder bestätigte Bereitschaft, schwierige Aufgaben und Arbeiten in ihrer Feizeit zu übernehmen. Ein herzliches Dankeschön allen Spendern bei der Haus- und Straßensammlung 2010, auch den Banken und Sparkassen, besonders den Sparkassen Landshut und Sparkasse Niederbayern Mitte, so wie der Volksbank Straubing. Einen besonderen Dank den vielen Patienten, die die Kreisgruppe durch Altgoldspenden unterstützt haben, so wie den Zahnärzten und ihrem Praxispersonal für die Zeit aufwändige Sammel- und Vermittlungstätigkeit. Vergelt´s Gott auch unseren großzügigen Sponsoren/innen bei Aktionen und bei Grundstückskäufen, vor allem dem bayerischen Naturschutzfonds und der höheren Naturschutzbehörde der Regierung von Niederbayern, der unteren Naturschutz-behörde, Herrn Dr. Martin Rammensee in Straubing und Frau Dr. Güldenhaupt in Mitterfels für die Versorgung der verletzten Vögel und Fledermäuse, die das Vogelbergungsteam in den jeweiligen Tierkliniken jederzeit vorstellen durfte.
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Storchenjahr 2010 mit Licht und SchattenFast die Hälfte der Jungstörche blieb auf der Strecke Nur neun der 17 gemeldeten Jungstörche des Landkreises Straubing-Bogen konnten 2010 ihre Horste verlassen. Acht schon bis zu beachtlicher Größe entwickelte Jungadebare wurden Opfer von Wetterunbilden und Gift. Der Geiselhöringer Jungstorch, den Dr. Adolf Feig von der LBV-Kreisgruppe, Landesbund für Vogel -Arten und Biotopschutz, Mitte Juli mit Hilfe der FFW- Mallersdorf tot bergen musste, war kurz vor dem Ausfliegen an dem Rattengift Brodifacoun durch innere Blutungen gestorben. Er wog fast ein Kilo und war ca. 8 Wochen alt. Die Eltern hatten zu seiner Versorgung viele Kilo Nahrung an Regenwürmern, Mäusen, Fröschen, Heuschrecken und Reptilien auf den Horst getragen, darunter leider auch vergiftete Mäuse. Sechs Storchenpaare haben 2010 im dem Landkreisgebiet Straubing-Bogen gebrütet. Im Kleinen Labertal konnte sich Horstbeteuerin Olga Riescher in Pfaffenberg über drei flügge Jungstörche freuen, während drei Nestlinge in Laberweinting und ein Nestling in Geiselhöring nur noch tot geborgen wurden. Im Straubinger Storchenhorst zählte Horstbetreuerin Maria Eckl drei ausfliegende Jungvögel, zwei davon landeten fast traditionell als Bruchpiloten im Tierpark, wo sie nach kurzem Reha -Aufenthalt wieder mit den Ringnummern DER A 8608 und DER A 86o9 in Freiheit gesetzt wurden. Horstbetreuer Dr. Thomas Grundler bedrauerte im Horst Steinach den Tod aller vier Nestlinge, während Horstbetreuerin Gaby Wagner aus Niederwinkling sich über drei ausfliegende Jungvögel freuen konnte. Der Storchenhorst Niederwinkling war erst Ende Februar dieses Jahres von der LBV-Kreisgruppe Straubing- Bogen, Landesbund für Vogelschutz, vollkommen erneuert worden. Wenige Stunden nach Bauende meldete Bürgermeister Waas erfreut, dass der erste Storch das neue „Wohnzimmer“ schon für gut befunden habe. Einige Tage später war das Storchenpaar komplett und mit der Familiengründung beschäftigt. Niederwinkling freute sich an den beiden Regionaltagen über gut geratene Storchendrillinge. Die Eröffnungsrede des Bürgermeisters wurde von einem kreisenden Weißstorch begleitet. |
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Neben acht Jungstörchen kamen in diesem Jahr aber auch zwei Altstörche zu Tode.Sie erlitten einen Stromschlag an für Großvögel ungesicherten Strommasten der Fa. Heider in der Nähe von Öberau und Kirchroth. Die Bergungsteams der LBV-Kreisgruppe Straubing-Bogen Feig/Goß/Freundorfer bargen und versorgten die verunglückten Störche Ende März bzw. am 1. Mai und übergaben sie in der Vogelstation Regenstauf Karl Büchl zur Pflege. Die Verletzungen waren aber so schwerwiegend, dass beide auch von diesem sehr erfahrenen Ornithologen nicht mehr gerettet werden konnten. Da der am Öberauer Strommast verunglückte Storch die Ringnummer DER A 8601 trug, konnte Feig bei der Vogelschutzwarte Radolfzell erfahren, dass der Storch 2008 vom Tiergarten Straubing mit dieser Ringnummer in Freiheit entlassen worden war. Wahrscheinlich handelte es sich um einen Jungstorch des Jahres 2008 vom Weytterturm in Straubing, der wegen Verletzungen kurzzeitig im Tiergarten gepflegt wurde. |
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Abflug der Thermiksegler Das Laberweintinger Storchenpaar, das Anfang Juni seine Brut verloren hatte, hielt seinem Horst noch bis Anfang Oktober die Treue und nahm regelmäßig Sonnenbäder auf dem First und dem Sirenenschalltrichter des alten Baywa-Lagerhauses. Die Großwetterlage mit leichtem Ostwind um den 12.0ktober mit viel Thermik nutzten sie zum Abflug in südliche Gefilde, wahrscheinlich nach Westen nach Spanien und vielleicht über Gibraltar nach Afrika.Störche sind ausgesprochene Thermiksegler. Sie lassen sich von einer warmen, aufsteigenden Luftströmung zu anderen tragen und sparen auf diese Weise viel Energie. Die Laberweintinger hoffen für 2011 auf einen besseren Bruterfolg ohne Probleme. |
Bezirksgeschäftsstelle NiederbayernMaxmühle 3 |